1. Tag Wrocław / Breslau
Vormittags: Entdeckung der historischen Altstadt
Der Tag beginnt mit einem inspirierenden Spaziergang durch die ehemalige Hauptstadt Schlesiens. Der Marktplatz, einer der größten mittelalterlichen Plätze Europas, beeindruckt mit seinem berühmten gotischen Rathaus und der historischen astronomischen Uhr an der Fassade. Dieses Ensemble wird ergänzt von über fünfzig prachtvollen Giebelhäusern aus verschiedenen Epochen, die zusammen ein einzigartiges architektonisches Panorama bilden.
Mittags: Sehenswürdigkeiten rund um die Oder
Der Weg führt weiter zum Salzmarkt und zur bedeutenden St. Elisabeth-Kirche, einem wichtigen Zeugnis der Stadtgeschichte. Anschließend steht ein Besuch der Universität mit der prächtigen Aula Leopoldina, einem barocken Festsaal, auf dem Programm. Über die Seitenarme der Oder gelangen die Teilnehmer zunächst zur Sandinsel und danach zur Dominsel. Dort erwarten sakrale Bauwerke von großer Schönheit, allen voran die Dominsel mit der imposanten Breslauer Kathedrale, deren schlanke Türme hoch in den Himmel ragen.
Abends: Kulturgenuss in der Oper
Der Tag endet mit einem musikalischen Highlight in der kürzlich aufwendig restaurierten Oper, einem Meisterwerk von Schinkel. Hier bietet sich die Möglichkeit, den kulturellen Reichtum der Stadt in einem stilvollen Ambiente zu erleben.
2. Tag Breslau / Wrocław
Zweiter Teil der Stadtführung
Der Fokus liegt nun auf den etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegenen Sehenswürdigkeiten. Die beeindruckende Jahrhunderthalle, ein Meisterwerk der Architektur und Technik des 20. Jahrhunderts, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, steht als erstes auf dem Programm. Anschließend wird der einzige erhaltene alte Friedhof besucht – der jüdische Friedhof, auf dem unter anderem Ferdinand Lassalle, Mitbegründer der deutschen sozialdemokratischen Bewegung, seine letzte Ruhe fand. Danach wartet das Panorama von Racławice, ein monumentales Rundgemälde, das nach dem Zweiten Weltkrieg von Lemberg nach Breslau gebracht wurde und heute eine wichtige Identifikationsquelle für die Bewohner Wrocławs darstellt.
Durchfahrt durch neue Stadtviertel
Die Tour führt weiter durch die modernen Stadtteile, die einen authentischen Einblick in den Alltag der Einwohner bieten und das lebendige Leben der Stadt veranschaulichen.
Freie Zeit am Nachmittag
Der Nachmittag steht zur individuellen Erkundung der Stadt zur Verfügung – eine ideale Gelegenheit, die vielfältigen Facetten Wrocławs auf eigene Faust zu entdecken.
Abendliche Gesprächsrunde mit einem Historiker
Am Abend findet ein aufschlussreiches Treffen mit einem renommierten Historiker der Universität Breslau statt. Im Zentrum steht das Thema „Vertreibung aus polnischer und deutscher Sicht“ – ein bis heute brisantes Thema, das in Polen eine besondere Bedeutung besitzt. Es wird diskutiert, wie Vertriebene, insbesondere die Nachfahren der aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten stammenden Bewohner Wrocławs, ihre neue Heimat gefunden und das deutsche Erbe der Stadt mit der polnischen Kultur verbunden haben. Viele spannende Fragen eröffnen einen tiefen Einblick in die Geschichte und Identität dieser einzigartigen Region.
3. Tag Morawa / Muhrau, Świdnica / Schweidnitz, Krzyżowa / Kreisau
Abreise und Anfahrt nach Morawa/Muhrau
Die Reise beginnt mit der Abfahrt aus Breslau in südlicher Richtung. Ein besonderer Halt führt zum Familiengut der Gräfin Melitta Sallai in Morawa, die nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat die Stiftung Hl. Hedwig ins Leben gerufen hat. Diese engagiert sich intensiv in sozialen Projekten vor Ort und fördert die deutsch-polnische Verständigung.
Kaffeepause bei der Gräfin Sallai
Bei einer gemütlichen Kaffeepause mit Kuchen bietet sich die Gelegenheit, mehr über die Arbeit der Stiftung und die Geschichte der Region zu erfahren.
Weiterfahrt nach Swidnica/Schweidnitz
Das nächste Ziel ist Schweidnitz, einst ein bedeutendes Handelszentrum im Wettbewerb mit Breslau. Noch heute zeugen die liebevoll restaurierten Bürgerhäuser am Marktplatz und die imposante Stanislauskirche mit ihrem 103 Meter hohen Turm von der früheren Bedeutung der Stadt.
Besuch der Friedenskirche
Das Highlight in Schweidnitz ist die Friedenskirche, eine von nur drei Kirchen, die nach dem Westfälischen Frieden von den schlesischen Protestanten errichtet wurden. Mit 3.500 Sitzplätzen ist sie die größte Holzkirche Europas und beeindruckt durch ihre schlichte Außenfassade und eine prachtvolle barocke Innenausstattung.
Erkundung von Krzyżowa/Kreisau
Nur eine kurze Fahrt entfernt liegt der Palast der Familie von Moltke in Kreisau, historischer Treffpunkt des „Kreisauer Kreises“, einer Widerstandsgruppe gegen das Naziregime. Heute dient der Palast als Begegnungs- und Gedenkstätte und spielt eine zentrale Rolle in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Die Besichtigung bietet spannende Einblicke in historische und aktuelle Themen.
Unterkunft und Abendessen in Kreisau
Der Tag endet mit einer entspannten Unterkunft und einem gemeinsamen Abendessen in Kreisau, die perfekte Gelegenheit, die vielfältigen Eindrücke Revue passieren zu lassen.
4. Tag Wałbrzych / Waldenburg, Góry Stołowe / Heuscheuergebirge, Kłodzko / Glatz
Schlesiens industrielles Erbe in Walbrzych/Waldenburg
Die Stadt Walbrzych, einst das Herz des schlesischen Bergbaus, erzählt von Jahrhunderten harter Arbeit der Weber und Bergleute, die den Wohlstand der Region prägten. Heute offenbart sie eine von der Schwerindustrie geprägte, herausfordernde Seite Schlesiens, geprägt von wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen.
Faszination Heuscheuergebirge
Die Reise führt weiter ins malerische Heuscheuergebirge, wo Wind und Wasser über Millionen von Jahren einzigartige Sandsteinformationen geschaffen haben. Inmitten beeindruckender Felslabyrinthe und bizarrer Steinskulpturen, die an Pilze und Keulen erinnern, bietet sich ein unvergleichliches Panorama, das zu inspirierenden Entdeckungen einlädt.
Spirituelles Zentrum Wambierzyce/Albendorf
Am Fuße des Gebirges liegt Wambierzyce, das sogenannte „schlesische Jerusalem“. Im Mittelpunkt steht die monumentale Barockbasilika Mariä Heimsuchung, umgeben von über 130 Kapellen, die malerisch auf den umliegenden Hügeln verteilt sind und eine Atmosphäre voller Geschichte und Andacht schaffen.
Historisches Glatz/Klodzko
Auf dem Rückweg erwartet die Hauptstadt des Glatzer Landes, Glatz, mit ihrer imposanten preußischen Festung, die majestätisch über der Stadt thront und einen faszinierenden Einblick in vergangene Zeiten bietet.
Übernachtung in Krzyżowa/Kreisau
Der Tag endet mit einer zweiten Übernachtung in Krzyżowa, einem Ort voller Geschichte und Ruhe, der zur Erholung und Reflexion einlädt.
5. Tag Książ / Fürstenstein, Krzeszów / Grüssau, Kotlina Kłodzka / Hirschberger Tal
Vormittag: Schloss Książ/Fürstenstein
Ein faszinierender Auftakt erwartet mit der Besichtigung des Schlosses Książ, der ehemaligen Residenz der Fürsten Hochberg-Pless. Mit seinen 400 prunkvollen Gemächern erzählt das Schloss lebendige Geschichten, darunter die bewegende Lebensgeschichte der Fürstin Maria Teresa Oliwia Hochberg-Pless, auch bekannt als „Daisy“.
Nachmittag: Kloster Krzeszów/Grüssau und Holzhäuser in Chełmsko/Schömburg
Die Reise führt weiter zum imposanten Zisterzienserkloster in Krzeszów, einem herausragenden Beispiel schlesischer Barockarchitektur. Anschließend wartet ein Blick auf die bescheidenen, aber kulturell bedeutenden Holzhäuser der schlesischen Weber in Chełmsko, den sogenannten „sieben Aposteln“, die durch Gerhart Hauptmann Berühmtheit erlangten.
Abend: Ankunft im Riesengebirge und Unterkunft im Hirschberger Tal
Zum Tagesabschluss steht die Ankunft im malerischen Riesengebirge auf dem Programm. Die Übernachtung erfolgt komfortabel im idyllischen Hirschberger Tal, einem perfekten Ort zur Erholung nach einem erlebnisreichen Tag.
6. Tag Kotlina Jeleniogórska / Hirchberger Tal und Jelenia Góra / Hirschberg
Vormittags: Entdeckung des Hirschberger Tals
Das Hirschberger Tal, bekannt als „Tal der Schlösser und Gärten“, beeindruckt durch eine Vielzahl von 22 prächtigen Palästen und Schlössern, eingebettet in einstige, exquisite Parkanlagen. Bedeutende Architekten wie Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler haben hier ihre Spuren hinterlassen.
Nachmittags: Gartenanlagen und historische Architektur
Die eindrucksvollen Gartenanlagen, gestaltet nach den Plänen des renommierten Landschaftsarchitekten Peter Josef Lenne, bieten faszinierende Einblicke in die Gartenkunst vergangener Zeiten. Die Region diente als Sommerresidenz Friedrich Wilhelms III. und wurde von namhaften Vertretern des preußischen Adels geprägt.
Abschluss des Tages: Entspannung in Jelenia Góra (Hirschberg)
Der Ausflug endet mit einer entspannten Pause auf dem liebevoll restaurierten Marktplatz von Jelenia Góra, wo Geschichte und lebendige Kultur aufeinandertreffen und zum Verweilen einladen.
7. Tag Jagniątków / Agnetendorf, Karpacz / Krummhübel, Śnieżka / Schneekope
Vormittag in Jagniątkowo/Agnetendorf
Im malerischen Gebirgstal von Jagniątkowo, mit beeindruckendem Blick auf den Hauptkamm des Riesengebirges, steht die „Villa Wiesenstein“. Dieses historische Anwesen war einst das Zuhause von Gerhart Hauptmann und beherbergt heute ein Museum, das seinem Leben und Werk gewidmet ist. Ein inspirierender Auftakt, um in die Kultur und Geschichte der Region einzutauchen.
Mittagsprogramm auf der Burg Chojnik/Kynast
Anschließend führt der Weg zur majestätischen Burg Chojnik, die auf einem 150 Meter hohen Felsen thront. Wer frische Bergluft genießen möchte, kann die Strecke auch zu Fuß erklimmen. Ob per Wanderung oder bequemem Transfer – von hier eröffnet sich ein spektakulärer Panoramablick über das Hirschberger Tal, umgeben von geheimnisvollen Legenden.
Nachmittag in Karpacz/Krummhübel
Der Nachmittag steht ganz im Zeichen von Karpacz, einem charmanten Ort im Riesengebirge. Hier wartet die berühmte Stabkirche Wang auf eine Besichtigung – ein einzigartiges architektonisches Kleinod. Im Anschluss bringt eine Sesselliftfahrt hinauf zur Mała Kopa die Möglichkeit, zu einer gemütlichen Wanderung zu einer Gebirgshütte aufzubrechen und die Natur in vollen Zügen zu genießen.
8. Tag Zgorzelec / Görlitz
Abreise aus dem Riesengebirge
Der Tag beginnt mit der Verabschiedung vom malerischen Riesengebirge, bevor die Reise in die historische Stadt Görlitz fortgesetzt wird.
Entdeckung von Görlitz
Görlitz, eine der bedeutendsten städtischen Anlagen Deutschlands, beeindruckt mit über 4.000 denkmalgeschützten Gebäuden. Nach umfangreichen Restaurierungen erstrahlt die Stadt als wahre schlesische Perle und lädt zu einer faszinierenden Erkundung ein.
Besuch im Schlesischen Museum
Ein Besuch im Schlesischen Museum bietet eine inspirierende Zusammenfassung der Reise und vertieft das Verständnis für die reiche Kultur und Geschichte Schlesiens.
Abschluss des Tages
Je nach individuellen Reiseplänen erfolgt die Übernachtung in Görlitz oder die Rückreise, wodurch der Tag flexibel und angenehm endet.