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sel. Jerzy Popiełuszko

Der Selige Pfarrer Jerzy Popiełuszko (1947–1984)

Geboren 1937 in dem beschaulichen Dorf Okopy im nordöstlichen Polen, wurde Jerzy Popiełuszko zu einer Symbolfigur des Mutes und der Hoffnung in einer dunklen Epoche der polnischen Geschichte. Als Kaplan der Bewegung „Solidarność“ setzte er sich unerschütterlich gegen die kommunistische Diktatur unter General Jaruzelski ein. In der Kirche zum Hl. Stanislaus Kostka in Warschau feierte er Heilige Messen, die zu einem Treffpunkt für Tausende wurden, die seine inspirierenden Predigten hörten und Kraft schöpften.

Seine Worte und sein beispielhaftes Leben spiegelten das zeitlose Paulus-Wort wider: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Mit seiner tiefen Überzeugung schenkte er den Menschen Mut, bestärkte ihren Widerstand und gab ihnen Hoffnung in einer Zeit voller Unterdrückung. Gerade deshalb wurde er von den kommunistischen Machthabern als Bedrohung angesehen.

Im Oktober 1984 erlitt Pfarrer Popiełuszko ein grausames Schicksal: Er wurde von Agenten der polnischen Staatssicherheit entführt, gefoltert und in der Weichsel ermordet. Sein Opfer aber ließ die Flamme der Freiheit weiterbrennen. Am 6. Juni 2010 wurde er seliggesprochen – ein Moment der Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz und seinen Glauben.

Heute zieht das Grab von Jerzy Popiełuszko bei der Kirche zum Hl. Stanislaus Kostka in Warschau zahlreiche Pilger an. Auch Papst Johannes Paul II. betete hier im Geist der Verbundenheit und des Respekts. Auf dem Gelände der Pfarrei erinnern ein Denkmal und ein Museum an das Leben und Wirken dieses außergewöhnlichen Mannes, dessen Mut und Glaube noch immer Herzen berühren und Menschen inspirieren.