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Schutzheilige von Polen

Hl. Adalbert (956-997)

Der heilige Adalbert, in Polen als św. Wojciech verehrt, gilt als einer der bedeutendsten Schutzpatrone Polens – weltweit ist er unter dem Namen Hl. Adalbert von Prag bekannt. Geboren wurde er im Jahr 956 in Libice, einer kleinen Ortschaft in Böhmen. Bereits mit 27 Jahren wurde Adalbert zum ersten Erzbischof von Prag ernannt. Doch seine wahre Berufung fand er in der Mission unter den heidnischen Völkern der Prussen. Unterstützt vom polnischen König Boleslaus dem Tapferen, der ihm eine Eskorte bis nach Danzig stellte, setzte er seine Reise gemeinsam mit einigen Mönchen fort, um das Evangelium zu verbreiten. Sein mutiger Einsatz fand jedoch ein tragisches Ende: Im Frühjahr 997 wurden er und seine Begleiter an der Ostseeküste ermordet.

Nur zwei Jahre später, im Jahr 999, wurde Adalbert von Papst Silvester II. heiliggesprochen. König Boleslaus ließ seinen Leichnam in die Kathedrale von Gnesen überführen, der ersten Hauptstadt Polens und zugleich Sitz des Bischofs, wo seine sterblichen Überreste feierlich aufgebahrt wurden. Im Jahr 1039 wurden sie schließlich nach Prag gebracht, doch Gnesen blieb als Ort seiner ersten Ruhestätte ein lebendiges Zentrum der Verehrung des Heiligen Adalbert.

Hl. Stanislaus von Szczepanów (Stanislaus von Krakau) (1030-1079)

Als bedeutender Schutzpatron Polens und der Stadt Krakau wurde Stanislaus im Jahr 1030 in Szczepanów geboren und wirkte als Bischof von Krakau. Sein Leben fand ein tragisches Ende, als er während der Feier einer Heiligen Messe in der Krakauer Kirche vom König Boleslaus II. dem Kühnen ermordet wurde – Grund dafür war seine offene Kritik an den Fehlentscheidungen des Herrschers. Im Jahr 1253 erhob ihn Papst Innozenz IV. offiziell zur Heiligkeit.

Eine wundersame Legende umgibt seinen Tod: Es heißt, sein in vier Teile zerschnittener Leib habe sich nach seinem Ableben auf mysteriöse Weise wieder zusammengefügt. Heute ruhen die Reliquien des Hl. Stanislaus in einem kunstvoll gestalteten silbernen Sarg innerhalb eines barocken Märtyrergrabmals im Zentrum der Kathedrale auf der Wawel-Burg in Krakau.

Jährlich, am Sonntag nach dem 8. Mai – dem Gedenktag des Heiligen Stanislaus – erwacht Krakau zu einem besonderen Ereignis: Eine prächtige feierliche Prozession mit seinen Reliquien zieht durch die Stadt. Kardinäle, Bischöfe, Kapläne sowie Brüder und Schwestern aus sämtlichen Ordensgemeinschaften der Stadt nehmen daran teil. Unterstützt von Orchestermusik und gesungenen Gebeten marschieren auch Vertreter zahlreicher Berufs- und Traditionsgruppen in farbenprächtigen Trachten mit, wodurch diese tief verwurzelte Tradition lebendig gehalten wird.