Die Johanniskirche in Danzig stellt das letzte erhaltene sakrale Bauwerk ihrer Art dar und beeindruckt durch ihre faszinierende Geschichte.
Die erste Erwähnung einer kleinen Kapelle, die dem Heiligen Johannes geweiht war, stammt aus dem Jahr 1358. Aufgrund eines Urteils des Danziger Komturs Giselbert von Dudulsheim wurde die Kapelle des Heiligen Johannes zu einer Filiale der Katharinenkirche. Ende des 14. Jahrhunderts lag die Johannes-Kirche hinsichtlich der Höhe der Steuerbelastung an zweiter Stelle, direkt hinter der Marienkirche. Ab etwa 1360 dauerte der Bau einer dreischiffigen Kirche an. Dieser wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts abgeschlossen, wobei Platz für einen Turm gelassen wurde, dessen Errichtung für später geplant war, ebenso wie die Gewölbe, die vorübergehend durch eine Balkendecke ersetzt wurden.
Im Jahr 1415 wurden ein neues Presbyterium und ein Querschiff gebaut. Auch mit dem Bau des Turms wurde begonnen, aber die Arbeiten wurden durch ein 1453 vom Deutschen Orden erlassenes Verbot unterbrochen, in der Umgebung der Burg so hohe Gebäude zu errichten.Die St.-Johannes-Kirche ist eine dreischiffige Hallenkirche mit einem einschiffigen Querschiff. Jedes der drei Schiffe des Hauptschiffs und des Presbyteriums ist mit einem separaten Dach bedeckt. Die Kirche ist 55,10 m lang und 20,18 m breit. Der vierstöckige Turm ist 47 m hoch.
Ursprünglich als Kirche errichtet, hat sie sich heute zu einem lebendigen Kulturzentrum an der Ostsee entwickelt. Trotz ihrer historischen Narben aus Kriegszeiten wurde das Innere behutsam restauriert und mit modernster Bühnen- und Konzerttechnik ausgestattet. So bietet die Johanniskirche einen einzigartigen Rahmen für eine Vielzahl von Konzerten und Theateraufführungen und verbindet auf inspirierende Weise Tradition mit zeitgenössischer Kultur.